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Die Geschichte vom Indianer und der Grille
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Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste mal seinen weissen Bruder in der grossen Metropole. Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Strassenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstrasse mit den grossen Schaufenstern spazierten, blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf. "Was hast du", fragte ihn sein Freund. "Ich höre irgendwo eine Grille zirpen", antwortete der Indianer. "Das ist unmöglich", lachte der Weisse. "Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen." Der Indianer liess sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen. Sie kamen zu einem älteren Haus dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter und tatsächlich: Da sass eine grosse Grille. "Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör", sagte der Weisse im weitergehen. "Unsinn", erwiderte sein Freund vom Land. "Ich werde Dir das Gegenteil beweisen". Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden. Ein leises "Pling" liess sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten. "Siehst Du mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen können oder nicht liegt ausschliesslich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit.
Die Liebe
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Vor langer, langer Zeit existierte ein Insel, auf der alle Gefühle der Menschen lebten:
Die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen......und wie alle anderen Gefühle auch die Liebe.
Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt, dass die Insel versinken wird. Also bereiteten alle ihr Schiff vor und verließen die Insel. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick auf der wunderschönen Insel bleiben.
Bevor die Insel versank, bat die Liebe um Hilfe, Der Reichtum fuhr auf einem luxuriösen Schiff an der Liebe vorbei. Sie fragte: „Reichtum, kannst du mich nicht mit nehmen?“ „Nein ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich viel Gold und Silber, da ist kein Platz für dich.“
Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderschönen Schiff vorbei kam. „Stolz, ich bitte dich, kannst du mich mitnehmen?“ „Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen.......“antwortete der Stolz, „hier ist alles veredelt. Du könntest mein Schiff beschädigen.“
Also fragte die Liebe die Traurigkeit, die an ihr vorbeikam: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“ „Oh Liebe“, sagte die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben muss.“
Auch die gute Laune zog an der Liebe vorbei, aber sie war so zufrieden, dass sie nicht hörte, als die Liebe sie rief.
Plötzlich sagte eine Stimme „Komm Liebe, ich nehme dich mit“. Es war ein Alter, der da sprach. Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie vergaß, den Alten nach seinem Namen zu fragen. Als sie an das Festland kamen ging der Alte fort.
Die Liebe, da sie ihm viel schuldete, fragte das Wissen: „Wissen, kannst du mir sagen, wer mir geholfen hat?“
„Es war die Zeit“, antwortete das Wissen.
„Die Zeit?“, fragte die Liebe, „Warum hat die Zeit mir geholfen?“
Das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“
Der Reichtum
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Ein reicher Mann zog an den Rand der Wüste.
Bei einem Einsiedler kehrte er ein.
Er trank klares Wasser und aß trockenes Brot.
Er sah die Armut und das einfache Leben
und dachte an seinen Reichtum.
Wie finde ich den Reichtum des Lebens,
fragte er den Einsiedler
Warte bis zum Abend, antwortet dieser.
Am Abend saßen beide vor der Hütte.
Die Sonne ging unter und tauchte die Hütte ins Abendrot.
Schnell kam die Dunkelheit.
In seinem letzten Strahlen erglänzte die Wand
der Hütte in tiefem Gold.
Der Reisende sprang auf und befühlte die Wand.
Dann lachte er lauter und lauter.
Der Einsiedler nickte:
Reichtum ist eine Illusion.
Dein Gold kann vergehen.
Hier kehrt es jeden Abend wieder.
Der Großvater
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Es war einmal ein sehr alter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub und die Knie zitterten ihm. Wenn er mal bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund.
Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor und deswegen musste sich der alte Grossvater hinter den Offen in die Ecke setzen und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal genug; da sah er betrübt nachdem Tisch und die Augen wurden ihm nass
Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es viel zu Boden und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur traurig.
Da gab sie ihm ein hölzernes Schüsselchen, daras musste er nun essen.
Wie sie da so sitzen, so trog der kleine Enkel auf den Boden kleine Brettlein zusammen. " Was machst du da?" Fragte der Vater. " Ich mache ein Tröglein," antwortete das Kind. "Daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin."Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen an zu weinen und holten sofort den alten Grossvater an den Tisch und liesen ihn von nun an immer mitessen. Sie sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.
Das Versteck der Weisheit
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Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.
Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.
Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: "Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen."
Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.